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Liebe AMA - Wir haben ein Problem!

Jetzt ist schon wieder was passiert. Diesmal nicht in einem Hühnermastbetrieb, sondern in einem Schlachthof. Wieder einmal hat der VGT Missstände in der Steiermark aufgezeigt. Auch wenn ich die Vorgehensweise nicht für gut befinde, scheint es offenbar die einzige Möglichkeit diese Fälle ans Licht zu holen. Wieder handelt es sich, wie man einem Artikel der Krone entnehmen kann,  um einen mit dem AMA-Gütesiegel ausgezeichneten Betrieb. Verantwortung will die AMA jedoch keine übernehmen. Niemand will Verantwortung übernehmen. 
Nicht der Landwirtschaftsminister. 
Nicht der Tierschutzminister. 
Nicht die Konsument:innen?

Wer ist nun Schuld an solchen "Einzelfällen"? Eine einfache Antwort gibt es nicht. Am Ende trägt die Verantwortung natürlich das Individuum, das für die Schlachtung zuständig ist. Aber wäre es für diese Menschen überhaupt möglich die Tiere zu schlachten, die wir essen, wenn sie sie als das begreifen würden, was sie sind: Lebendige, gefühlsfähige Wesen. Und nicht als Dinge? Vermutlich nicht. Das Unternehmen, der Schlachtbetrieb übernimmt Verantwortung. In diesem ganzen Spiel scheint es auch die einzige Instanz zu sein, die sich zuständig fühlt: Man zeigt die Bilder den Mitarbeitern. Stellt klar, dass man so nicht mit Tieren umgehen darf. Kündigt die betroffenen Mitarbeiter.  Was ist die Rolle des Handels? Nein auf die Fleischaktionen wolle man nicht verzichten. Man brauche sie um die Leute in die Geschäfte zu locken. Ob das der Realität entspricht bleibt zu hinterfragen. Es sei außerdem gerade jetzt wichtig, dass es billiges Fleisch gäbe. Ist es das? Wieviel Verantwortung tragen die Die Konsument:innen? Sie tragen auf jeden Fall ihren Teil. Eine gute Nachricht vorweg: Der Fleischkonsum in Österreich sinkt - vor allem beim Schweinefleisch. Insgesamt bleibt er aber noch hoch. Wir essen noch immer dreimal so viel von dem, was gesund wäre. Vor allem junge Menschen verzichten aber immer öfter auf tierische Proteinquellen. Bei Geflügel kann Österreich jedoch nicht einmal den Eigenebedarf decken. Man ist auf Importe aus dem Ausland angewiesen. Auf Tiere, die meist unter schlechteren Bedingungen gemästet werden als in Österreich.
 

Eine wichtige Orientierung war daher bislang das AMA-Gütesiegel. 55 Millionen EUR pro Jahr fließen in die Marketing-Maschine des Landwirtschaftsministeriums. Das Image hat jedoch durch die Skandale der letzten Monate und Jahre einen Kratzer bekommen. Die durch die Werbung überhöhten Erwartungen der Konsument:innen werden auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Erst nach Zögern gibt die AMA bekannt, dass eine Kontrolle erfolgen wird und es drängt sich die Frage auf: Warum muss immer zuerst etwas passieren, damit eine Kontrolle erfolgt? Wieso können sich die Konsument:innen nicht darauf verlassen, dass sie das bekommen, was ihnen von der AMA  verkauft wird: Kontrollierte Qualität? Die Regierung jedenfalls duckt sich weg. Weder vom Landwirtschaftsminister noch vom grünen Tierschutzminister gibt es eine Stellungsnahme. Zumindest wir nehmen unsere Aufgabe als Opposition ernst und fragen nach: Nach der Anzahl der Kontrollen, nach dem Umfang, nach den Plänen wie wir zukünftig Tierleid verhindern können.

Foto: VGT // Verein gegen Tierfabriken

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